Flensburger Förde – das pralle Leben hinter einer liebenswerten Idylle

Flensburger Förde – das pralle Leben hinter einer liebenswerten Idylle

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Die Flensburger Förde – was ist das eigentlich? Die Antwort ist einfach: Ein paradiesisches Stück Skandinavien auf deutschem Boden! Wobei es bei den der Geographie zugeneigten Mitmenschen eher strittig ist, ob die Förde mit einem skandinavischen Fjord zu übersetzen ist. Wie dem auch sei – Tatsache ist, dass sich der Arm der Ostsee immerhin vierzig Kilometer weit in Schleswig Holstein seinen Weg bahnt. Und wenn er auch nicht von Bergen umrahmt wird, so ist die Flensburger Förde doch eine Landschaft, die im Norden einzigartig ist.

Die zauberhafte Flensburger Förde gibt sich mal wild und von Stürmen umtost und dann wieder mild und voller Poesie. Es fällt nicht schwer, sich in diese Region an der Ostsee zu verlieben. Mit den wunderbaren Sandstränden, die nicht nur Sonnenanbeter und Wassersportler willkommen heißen. Und mit den tollen Segelrevieren. Die Halbinsel Holnis und der Geltinger Birk sind so etwas wie ein Traum für alle, die sich an natürlichen Schönheiten erfreuen können. Und sie sind ein großartiges Territorium für Radler. Wer gut zu Fuß ist oder sich im Sattel seines Fahrrades sehr wohl fühlt, der darf sich über mehr als zweihundert Kilometer erstklassiger und gepflegter Wege freuen. Seit einem Dreivierteljahrhundert steht die Region an der Flensburger Förde unter einem intensiven Naturschutz.

Dass Flensburg die nördlichste Stadt Deutschlands ist, wird den Kindern bereits in der Grundschule im Erdkunde-Unterricht beigebracht. Doch, dass Flensburg ein Kleinod unter den Städten des Nordens ist, wissen inzwischen nicht nur die Einheimischen. Das skandinavische Flair schwappt hinüber an die Flensburger Förde und an die Stadt, die dem „Fjord“ den Namen gab. In der Altstadt und am Südermarkt, wo der Wochenmarkt abgehalten wird, vermischen sich häufig deutsche und dänische Sprachfetzen. Hier gibt es eine dänische Zeitung, dänische Kulturvereine und dänische Schulen. Der Nachbar im Norden ist dort stets präsent.

Flensburg blickt auf eine siebenhundertjährige Geschichte zurück und belegt dies mit einigen steinernen Zeugnissen –  mit den alten Kaufmannshöfen, den gotischen Kirchen und den lauschigen Gassen.

Das maritime Flair der Flensburger Förde offenbart sich selbstverständlich auch in den Häfen dieser Region. Über Jahrhunderte wurde hier der Zucker aus tropischen Ländern umgeschlagen, und die Stadt „lebte“ quasi vom Rum. Auch deshalb sollten sich Besucher die Visite des Rum-Museums nicht entgehen lassen, denn dann bekommen sie einen Eindruck von der wechselvollen Geschichte dieser norddeutschen Metropole.

Doch die Flensburger Förde erschöpft sich keineswegs in der Hauptstadt, sondern erfreut sich zahlreicher interessanter Highlights in der Umgebung. Glücksburg zählt zu den meistbesuchten Orten der Region, und dies nicht nur wegen seines schneeweißen Schlosses. Es war ehemals die Residenz der Glücksburger Herzöge und später auch der dänischen Krone. Heute ist das vom Wasser umschlungene Schloss ein Museum, und wer das Ostseebad besucht, um dort den Bund fürs Leben zu schließen, der kann dies in der Schlosskapelle tun. Einen Blick zu den Sternen gewährt das Planetarium, eine Außenstelle der Glücksburger Fachhochschule.

Die Flensburger Förde beheimatet bei Kappeln sogar ein dörfliches Original: Unewatt. Wer durch dieses idyllische Dorf bummelt, der fühlt sich zurückversetzt in vergangene Zeiten. Es scheint, als sei hier die Uhr einfach mal stehen geblieben. Da gibt es einen rekonstruierten Bauernhof, der einst in Süderbarup stand, eine Räucherei, eine Buttermühle und ein Museum, das auch für Konzerte und für Festivals genutzt wird.

Ohne jeden Zweifel ist die Flensburger Förde ein idealer Ort, um auszuspannen und den Müßiggang zu genießen. An der Schwelle zu Dänemark versteckt sich das pralle Leben zuweilen hinter einer liebenswerten Idylle. Es ist eine stille Welt an einer Küste des Lichts.

 

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